Shopping Girls (Katarzyna Roslaniec)

The amusement park at the center of the Mall o...

Image via Wikipedia

Sex gegen Designerkleider – junge polnische Mädchen gehen dem üblichen „Geschäft“ der Polonierfrauen nach.

Sie huren herum. Nach Lust und Laune. Vom Arbeiten halten sie im Klauparadies Polen natürlich nichts.

Daher werden die kleinen Mädchen schon auf den Strich geschickt, Prostitution gehört eben zum lockersten Geschäft in jiddischer Hand.

Die jungen Verbraucherinnen

NEU IM KINO Der polnischen Regisseurin Katarzyna Roslaniec ist mit ihrem Debütfilm „Shopping Girls“ ein Kunststück an Ambivalenz gelungen

Am Anfang ist man ganz begeistert von den quietschbunten Sachen, in denen die Shopping Girls in dem gleichnamigen Debütfilm der polnischen Regisseurin Katarzyna Roslaniec durch eine austauschbare Shopping Mall laufen bzw. kaugummikauend neben Rolltreppen auf Männer warten, die ihnen schicke Anziehsachen oder neumodische Handys für ein bißchen Sex im Auto kaufen sollen. Alles sieht zunächst lustig, albern und billig aus.

"Shopping Girls". Regie: Katarzyna Roslaniec. Mit Artur Barci, Anna Karczmarczyk u. a. Polen 2009, 86 Min., kino.meinestadt.de/berlin

"Shopping Girls". Regie: Katarzyna Roslaniec. Mit Artur Barci, Anna Karczmarczyk u. a. Polen 2009, 86 Min., kino.meinestadt.de/berlin

In ihrer Schulklasse sind Milena, Kaja und Julia jedoch Stars und werden um ihr „High Life“ beneidet, das aus Disco, Shopping, Zigarettenrauchen, Trinken und „echten“ Männern besteht. Die jungen Verbraucherinnen wollen alles, und zwar sofort, wie schon der Sänger Jim Morrison vor vierzig Jahren.

Wie die meisten ihrer Mitschüler leben die 15jährigen Heldinnen in bedrückenden, beengten Elternhäusern, sind in der Schule aufsässig und lassen nach dem Unterricht die Sau raus.

Sie sind laut, ihre Sprache ist ordinär – „my mother found a new fuckboy“ und manchmal hauen sie sich auch.

Zum Trailer des Films

Alicja dagegen ist ein Niemand. Ihr Handy ist veraltet, die Kleidung falsch, sie ist schüchtern, hat keine Freunde und über die hübschen alternativen Armbänder, die sie selber macht, lachen sich die anderen eher tot.

Gern würde sie auch zu den Shopping Girls gehören und sich mit ihnen befreunden. Schnell wird sie auch, sozusagen als High-Life-Novizin, auf- und in die Discothek „Paradiso“ mitgenommen, ziert sich zunächst jedoch beim Versuch, sich zu prostituieren. Außerdem ist da ja noch Mihal, ein schmaler, netter, romantischer Junge aus ihrer Klasse, mit dem sie sich manchmal trifft. Gegen Ende kommt es zur Katastrophe, wie in vielen konsumkritischen polnischen Filmen.

„Shopping Girls“ ist ambivalent: einerseits dem lustigen Alter der Heldinnen entsprechend gut besetzt – eins der Mädchen aus der Clique ist schön, eins dick, eins dünn, die Jungs in der Klasse sind halt eher noch Jungs, während die Mädchen schon Richtung Frau tendieren, die Eltern wirken ein bißchen ausgebrannt und erledigt, die Wohnungen sind sozialrealistisch gezeichnet, vor allem ist der Film sehr unterhaltsam.

Andererseits, sozusagen verglichen mit dem echten Leben, wirkt vieles ein bißchen pädagogisch, geht ein wenig zu schnell; zum Beispiel wie das Mauerblümchen in die Clique aufgenommen wird, ihre Vorlieben ändert, wie sie den Mut findet, sich zu prostituieren, und wie das alles dann recht tragisch endet.

Aber besser als „Tatort“ ist „Shopping Girls“ auf jeden Fall und war auf dem polnischen Filmfest vor einem Jahr der erfolgreichste Film; auf dem Filmfestival des osteuropäischen Films in Cottbus wurde die Hauptdarstellerin als herausragende Darstellerin ausgezeichnet.

Wenn der konsumkritische und Polenfeindliche Film gerade jetzt startet, paßt natürlich recht gut zu den Aufständen der jungen Verbraucher in England.

Sex gegen Designerkleider

Ein Kinofilm schockiert Polen: In «Shopping Girls» verkaufen Mädchen ihre Körper gegen Designerkleider und Handys. Keine Fiktion, sondern trauriger Alltag in polnischen Malls.

Sie sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Warschauer Boden geschossen – Einkaufszentren mit klingenden Namen wie «Arkadien», «Goldene Terrassen» oder «Fort Wola». Auf zehntausenden Quadratmetern bieten unzählige Läden ihre Waren feil und suggerieren Wohlstand, zumindest in den Auslagen.

Heile Konsumwelt in der grauen polnischen Hauptstadt. Seit einigen Monaten wandeln viele Polen aber nicht mehr ganz unbeschwert durch die Riesen-Malls:

Ist das Mädchen im Minirock mit dem tiefen Ausschnitt, das mich anlächelt, einfach freizügig? Oder doch eine Prostituierte, ein «Shopping Girl»?

Diese Frage stellt sich, seitdem der gleichnamige Kinofilm im katholisch-verklemmten Polen für Furore sorgte.

Im preisgekrönten Werk suchen sich minderjährige Mädchen, so genannte «galerianki» («Galeria» nennt man in Polen die großen Einkaufszentren), einen Gönner, der ihnen Kleider, Handys oder Schminkartikel kauft – gegen Sex.

Im Film meint die erfahrene Milena lakonisch zur Mitläuferin Alicja, die bei den aufgetakelten Jung-Prostituierten Anschluß sucht: «Wenn ein Mädchen attraktiv und hübsch ist, muß sie ihre Trümpfe ausspielen. Darum mußt du einen Sponsor haben.»

Sie rät der Novizin, bei den Männern auf Schuhe, Uhr und Handy zu achten.

Schließlich sollten die Kunden ja Geld haben, und nicht «mit einem klapprigen Fiat Seiciento anfahren».

Shopping Girls - Sex gegen Designerkleider

Shopping Girls - Sex gegen Designerkleider

Ist ein potenzieller Sponsor ausgemacht, geht es zur Sache:

«Wenn du mir Jeans kaufst, blas ich dir einen», haut Milena einen jungen Mann im Anzug an.

Darauf verschwinden die beiden in die Tiefgarage. Auch die Toiletten in den Einkaufszentren sind bei den Shopping Girls beliebt.

Alles nur Fiktion? Beileibe nicht. Daß sich junge Mädchen, meist im Alter von 13 bis 15 Jahren, für Luxus prostituieren, ist in Polen trauriger Alltag.

Die 29jährige Regisseurin des Films, Kasia Roslaniec, knüpfte monatelang Kontakte zu Shopping Girls, sprach mit ihnen über ihr Sexleben, ungewollte Schwangerschaften, Ängste und Hoffnungen. «Shopping Girls» wiederum inspirierte die Polizei der Großstadt Kattowitz (Katowice), eine Studie über die Einkaufszentren-Prostitution durchzuführen.

Das Resultat: Von den befragten 15jährigen haben 67 Prozent angegeben, jemanden zu kennen, der sich Kleider oder Kosmetika mit Sex erkauft.

Anders als man denken würde, stammen die Mädchen nicht unbedingt aus armen Familien.

English: German stamp, showing singer Jim Morr...

Satanist Jim Morrison

«Sie haben schlicht hohe Ansprüche und einen Lebensstil, der auf Konsum ausgerichtet ist», sagt Jakub Spiewak, Präsident der Kinderschutzorganisation Kidprotect.pl.

Die moralische Dekandenz – von Shopping Girls und Freiern – hat in Polen eine heftige Debatte ausgelöst. Die Tatsache, daß der Körper ein Produkt wie jedes andere ist, schockiert viele im Land; besorgte Eltern konfiszieren bei ihren Kindern sogar die DVD des Films, damit sie nicht auf falsche Ideen kommen.

tatortDas hat auch damit zu tun, daß Sex im postkommunistischen Land nach wie vor ein Tabu ist. «Wir sind eine katholische Gesellschaft: Die Religion setzt der Sexualität sehr enge Grenzen», sagt die Soziologin Elzbieta Michalowska in der Wochenzeitschrift «Polityka». Sie schätzt die Zahl der jungen Prostituierten in polnischen Einkaufszentren auf 700.

Inzwischen hat sich laut Jakub Spiewak ein neuer Trend eingestellt. Die jungen Mädchen verlagern ihre Dienste ins Internet.

«Um die Natelrechnung bezahlen zu können, ziehen sie sich vor Webcams aus oder senden ihrem ‹Sponsoren› Nacktbilder zu.»

Und in Erotikforen würden immer mehr Minderjährige für teure Kleider oder Elektronikgeräte Sex anbieten. «Sie verstehen nicht, das ihre Verhalten auch Prostitution ist.»

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